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Ratgeber · · Lesezeit 11 Minuten

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Besprechungsprotokolle mit KI im Mittelstand

Montag, acht Uhr, Runde im Besprechungsraum: Meister, Bauleiterin, Einkauf, Büro. Donnerstag Baubesprechung auf der Baustelle mit Architekt, Bauherr und den anderen Gewerken. Freitag Kundentermin wegen der Erweiterung. Und jedes Mal sitzt danach jemand abends am Schreibtisch und tippt das Protokoll aus dem Notizbuch ab – wenn es überhaupt geschrieben wird. Zwei Wochen später fragt der Bauherr, wer eigentlich die geänderten Fensterpläne schicken wollte. Niemand weiß es genau. Wer „Besprechungsprotokolle mit KI erstellen“ sucht, will genau das loswerden: das Abtippen am Abend und die Aufgaben, die ohne Nachfassen versanden. Bei uns heißt das: Eine KI-Stelle bereitet die Mitschrift vor, zieht Beschlüsse und Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen heraus und bereitet die Erinnerung vor. Ob das Protokoll so stimmt und verschickt wird, entscheidet der Mensch.

Menschenleerer Besprechungsraum eines norddeutschen Handwerksbetriebs nach der Montagsrunde, in kühlem Cyan- und weichem Fliederlicht: ein abgenutzter Eichentisch mit zurückgeschobenen Stühlen, Kaffeebechern, einem weißen Schutzhelm, einem gefalteten Bauplan, einem leeren Notizblock und einem kleinen Konferenzmikrofon in der Tischmitte, hinter einer Glaswand unscharf die dunkle Werkstatt
Mitschrift, Aufgabenliste und Erinnerung kann eine KI-Stelle vorbereiten. Was im Protokoll steht und wer es bekommt, entscheidet ein Mensch.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ist eine Orientierung aus der Praxis eines Betriebs, der selbst mit KI-Stellen arbeitet. Er ist keine Rechtsberatung und gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Ob und wie Sie Besprechungen aufnehmen dürfen, klären Sie im Einzelfall mit Ihrer Datenschutzberatung, Ihrem Betriebsrat oder einem Fachanwalt.

Damit nichts schief klingt: Wir sind eine Agentur aus Rostock, wir halten keine Baubesprechungen ab. Der Mechanismus, um den es hier geht, läuft bei uns aber seit 14 Monaten täglich. Eine KI-Stelle bereitet vor, eine zweite prüft – und nichts geht nach außen, bevor ein Mensch es freigegeben hat. Dieser Beitrag überträgt dieses Muster auf die Besprechungen eines Handwerks-, Bau- oder Industriebetriebs. Die Beispiele zeigen, wie ein solcher Ablauf eingerichtet wird. Zahlen zu gesparter Zeit versprechen wir nicht.

Warum Protokolle im Betrieb liegen bleiben

In einem Betrieb mit 30, 80 oder 150 Mitarbeitenden gibt es niemanden, dessen Beruf das Protokollschreiben ist. Es macht die Bauleiterin, der Meister, die Assistenz der Geschäftsführung – nebenbei. Und weil es nebenbei passiert, hakt es an denselben Stellen:

  • Abtippen am Abend. Während der Besprechung wird mitgeschrieben, so gut es geht. Das saubere Protokoll entsteht später, aus Stichpunkten, die man drei Tage danach selbst kaum noch lesen kann.
  • Suchen in Notizen. Was hatten wir mit dem Statiker vereinbart? Die Antwort steht in einem Notizbuch, einer Sprachnachricht, einer Mail an einen Kollegen oder nirgends.
  • Aufgaben ohne Namen. „Das klären wir noch“ ist der häufigste Satz in deutschen Besprechungen. Wer „wir“ ist und bis wann, steht selten im Protokoll.
  • Kein Nachfassen. Selbst wenn eine Aufgabe sauber notiert ist: Niemand erinnert rechtzeitig daran. Erst in der nächsten Runde fällt auf, dass nichts passiert ist.
  • Das Protokoll kommt zu spät. Bei Baubesprechungen geht es um Termine, Mängel, Nachträge und Behinderungen. Ein Protokoll, das eine Woche später verschickt wird, hat seine Wirkung oft schon verloren.

Diese Arbeit verlangt Sorgfalt, aber kein Urteil. Das Urteil liegt woanders: Ist der Beschluss richtig wiedergegeben? Steht da, was gesagt wurde, oder was jemand gern gehört hätte? Wer bekommt das Protokoll? Genau für diese Fragen fehlt die Zeit, weil sie im Abtippen steckt.

Die Grundregel: vorbereiten ja, beschließen nie

Für eine Protokoll-Stelle gilt dieselbe Linie wie für jede unserer KI-Stellen: Die KI bereitet vor, der Mensch gibt frei. Beim Protokoll ist das besonders wichtig, weil ein Protokoll nicht nur Gedächtnis ist. Es kann später als Beleg dafür dienen, was vereinbart, zugesagt oder angezeigt wurde. Konkret heißt das:

  • Die KI-Stelle verschriftet, ordnet, zieht heraus, markiert und bereitet Erinnerungen vor.
  • Sie fasst keine Beschlüsse und ergänzt keine. Was nicht besprochen wurde, steht nicht im Protokoll – auch wenn es naheliegt.
  • Sie verteilt keine Aufgaben nach eigenem Ermessen. Fehlt ein Verantwortlicher oder eine Frist, steht dort „offen – bitte festlegen“, kein geratener Name.
  • Sie glättet keine Streitpunkte. Wurde etwas strittig diskutiert, steht im Entwurf, dass es strittig war.
  • Sie verschickt nichts. Weder das Protokoll noch eine Erinnerung verlässt den Arbeitsplatz ohne Freigabe eines Menschen.
  • Sie bewertet keine Menschen. Keine Auswertung, wer wie viel geredet hat, keine Stimmungsanalyse, keine Aussagen über Leistung.

Innerhalb dieser Linie bleibt viel Arbeit, die eine KI-Stelle übernehmen kann. Es sind vier Schritte – und in jedem fällt ein Handgriff weg.

Schritt 1: Vor der Besprechung die offenen Punkte bereitlegen

Ein Haustechnik-Betrieb bei Rostock, 45 Mitarbeitende, Baubesprechung am Donnerstag für einen Kita-Neubau. Am Vortag legt die KI-Stelle der Bauleiterin eine Seite hin: die offenen Aufgaben aus dem letzten Protokoll mit Verantwortlichen und Fristen, welche davon erledigt gemeldet sind, welche überfällig, dazu die Punkte, die seit der letzten Runde per Mail aufgelaufen sind – die Rückfrage des Architekten zur Lüftungsführung, die Lieferverzögerung beim Wärmeerzeuger.

  • Fällt weg: das alte Protokoll suchen, Mails nach offenen Punkten durchgehen, eine Tagesordnung von Hand zusammenstellen.
  • Bleibt beim Menschen: was davon auf die Tagesordnung kommt und was die Bauleiterin ansprechen will.

Schritt 2: Die Mitschrift vorbereiten – mit oder ohne Aufnahme

Für die Mitschrift gibt es zwei Wege. Welcher passt, hängt an der Runde, nicht an der Technik.

Mit Aufnahme. Haben alle Teilnehmenden vorher zugestimmt, läuft ein Konferenzmikrofon auf dem Tisch mit. Die KI-Stelle verschriftet die Aufnahme und macht daraus keinen Wortlaut, sondern einen geordneten Entwurf nach den Punkten der Tagesordnung. Sprecher erscheinen als Rollen („Architekt“, „Bauleitung Haustechnik“), nicht als Stimmprofile. Stellen, die akustisch unklar sind, markiert sie als unklar, statt sie zu erraten.

Ohne Aufnahme. Die Bauleiterin schreibt wie bisher Stichpunkte mit – auf Papier, im Tablet, egal. Direkt nach der Besprechung spricht sie im Auto eine Sprachnotiz von drei, vier Minuten ein: was beschlossen wurde, wer was macht, was offen blieb. Ihre eigene Stimme, keine fremde. Aus Foto der Notizen und Sprachnotiz bereitet die KI-Stelle denselben geordneten Entwurf vor.

Der zweite Weg ist weniger vollständig, dafür ohne die heiklen Fragen eines Mitschnitts. Für viele Betriebe ist er der bessere Anfang.

  • Fällt weg: Stichpunkte abends ins Reine schreiben, aus dem Gedächtnis rekonstruieren, was in welcher Reihenfolge besprochen wurde.
  • Bleibt beim Menschen: die Entscheidung, ob aufgenommen wird – und der Inhalt der Notizen.

Schritt 3: Beschlüsse und Aufgaben herausziehen

Der wertvollste Teil des Protokolls ist selten der Fließtext. Es ist die Liste am Ende: Was wurde beschlossen, wer macht was bis wann. Die KI-Stelle zieht diese Liste aus der Mitschrift heraus und hält zu jedem Eintrag fest, an welcher Stelle der Besprechung er entstanden ist. So lässt sich jede Zeile in Sekunden gegenprüfen.

ArtInhalt (Beispiel)WerBis wann
BeschlussLüftungsleitung im Flur wird unter der Decke geführt, nicht im Boden.––
AufgabeGeänderte Pläne Lüftung an Architekt schickenBauleitung HaustechnikDienstag
AufgabeNeuen Liefertermin Wärmeerzeuger schriftlich bestätigen lassenEinkaufoffen – bitte festlegen
AufgabeDurchbrüche Technikraum mit Rohbau abstimmenoffen – bitte festlegenvor nächster Besprechung
StrittigWer die Mehrkosten der geänderten Leitungsführung trägtals strittig vermerkt, keine Einigung

Die beiden „offen“-Felder sind kein Fehler, sondern der Zweck. In der Besprechung hat niemand gesagt, bis wann der Einkauf den Termin bestätigen lässt – also erfindet die KI-Stelle auch keine Frist. Genau diese Lücken sind es, an denen Aufgaben sonst versanden. Jetzt fallen sie auf, bevor das Protokoll rausgeht.

  • Fällt weg: Aufgaben aus dem Fließtext heraussuchen, eine Tabelle von Hand anlegen, im Notizbuch nachschlagen, wer was zugesagt hatte.
  • Bleibt beim Menschen: offene Verantwortliche und Fristen festlegen, Beschlüsse auf ihren Wortlaut prüfen.

Schritt 4: Erinnerungen vorbereiten, statt in der nächsten Runde nachzufragen

Ist das Protokoll freigegeben, behält die KI-Stelle die Fristen im Blick. Zwei Tage vor Ablauf liegt der Bauleiterin ein Erinnerungsentwurf vor: an wen, zu welcher Aufgabe, mit Verweis auf das Protokoll. Ein Klick, und die Erinnerung geht raus – oder sie wird angepasst oder verworfen, weil die Sache telefonisch längst erledigt ist. Meldet jemand eine Aufgabe als erledigt, wird sie im Aufgabenstand abgehakt; das nächste Protokoll beginnt mit genau diesem Stand.

  • Fällt weg: eine Fristenliste von Hand führen, im Kalender Erinnerungen anlegen, in der nächsten Runde erst feststellen, dass nichts passiert ist.
  • Bleibt beim Menschen: ob und wie erinnert wird – besonders bei Externen wie Bauherr, Architekt oder Nachunternehmer.

Der Freigabe-Moment: Stimmt das Protokoll, und wer bekommt es?

Technisch ließe sich mehr automatisieren: das Protokoll direkt nach der Besprechung an alle Teilnehmenden schicken, Aufgaben eigenständig zuweisen, Erinnerungen ohne Rückfrage versenden. Wir tun das nicht und raten Betrieben davon ab. Zwei Dinge bleiben ohne Ausnahme beim Menschen:

  • Ob das Protokoll so stimmt. Der Protokollführer liest den Entwurf, prüft die Beschlüsse auf ihren Wortlaut, füllt die offenen Felder und streicht, was nicht hineingehört. Die KI-Stelle kann eine Besprechung verschriften. Sie kann nicht wissen, ob ein beiläufiger Satz eine Zusage war oder ein laut gedachter Vorschlag. Der Mensch, der am Tisch saß, weiß das.
  • Ob und an wen es verschickt wird. Ein Baubesprechungsprotokoll an den Bauherrn ist etwas anderes als die Notiz zur Montagsrunde. Wer im Verteiler steht, welche Punkte nur intern bleiben und ob ein strittiger Punkt so formuliert ist, dass er später trägt, entscheidet der Mensch. Erst nach seiner Freigabe geht das Protokoll raus – gekennzeichnet als von der KI vorbereitet und von ihm freigegeben.

Es gibt noch einen schlichten Grund: Wer mit seinem Namen unter einem Protokoll steht, sollte jeden Satz darin gelesen haben. Die KI-Stelle nimmt ihm nicht die Verantwortung ab, sondern das Abtippen davor. Wie so ein Prüfschritt im Alltag funktioniert, ohne zur Sitzung zu werden, beschreibt Hinter jedem Macher ein Prüfer.

Die heiklen Punkte – ehrlich geklärt

Bei Protokollen mit KI geht es schnell um Aufnahmen von Gesprächen. Das ist der Teil, an dem Betriebe zu Recht vorsichtig sind. Fünf Punkte sollten geklärt sein, bevor das erste Mikrofon auf dem Tisch liegt.

Einwilligung zum Mitschnitt

Ein Gespräch in einer Besprechung ist in aller Regel nicht öffentlich gesprochenes Wort. Wer es ohne Einverständnis aufnimmt, kann sich nach § 201 StGB strafbar machen. Daraus folgt eine einfache Regel: Aufgenommen wird nur, wenn alle Anwesenden vorher zugestimmt haben – jedes Mal, auch bei Gästen, Kunden und Nachunternehmern. Am besten wird die Aufnahme schon in der Einladung angekündigt und zu Beginn noch einmal ausdrücklich gefragt. Sagt jemand nein, wird nicht aufgenommen, und das Protokoll entsteht aus Stichpunkten. Im Arbeitsverhältnis kommt hinzu, dass eine Einwilligung freiwillig sein muss – wer Nein sagt, darf keinen Nachteil haben. Deshalb sollte der Weg ohne Aufnahme immer gleichwertig bereitstehen.

Information der Teilnehmenden

Eine Aufnahme ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten. Die Teilnehmenden haben deshalb ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihrer Stimme und ihren Aussagen geschieht (Art. 13 DSGVO). Bewährt hat sich ein kurzer Hinweis in der Einladung: wofür aufgenommen wird (nur für das Protokoll), dass eine KI-Stelle verschriftet und vorbereitet, wo die Aufnahme liegt, wer Zugriff hat und wann sie gelöscht wird. Wer das in vier Sätzen sagen kann, hat die meisten Fragen schon beantwortet, bevor sie gestellt werden.

Betriebsrat

Gibt es einen Betriebsrat, sollten Sie von seiner Mitbestimmung ausgehen. Technische Einrichtungen, die geeignet sind, Verhalten oder Leistung von Beschäftigten zu überwachen, unterliegen nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG der Mitbestimmung – ob eine Überwachung beabsichtigt ist, spielt dafür keine Rolle. Eine Lösung, die Besprechungen aufnimmt und verschriftet, fällt typischerweise darunter. In eine Regelung gehören: wofür Aufnahmen genutzt werden, wer Zugriff hat, wann gelöscht wird – und ausdrücklich, dass keine Auswertung von Redeanteilen, Stimmung oder Leistung stattfindet. Wie Sie dieses Gespräch planbar führen, steht in KI einführen mit Betriebsrat. Auch ohne Betriebsrat lohnt es sich, das Team vorher zu informieren. Eine Protokoll-Stelle, von der die Belegschaft aus dem Flurfunk erfährt, hat einen schlechten Start.

Speicherort der Aufnahmen

Aufnahmen gehören nicht auf das private Handy des Bauleiters und nicht in eine kostenlose App, deren Speicherort niemand kennt. Sie gehören an einen Ort, den der Betrieb kontrolliert. Bei uns liegen Vorgänge auf unseren Servern in Deutschland in einem nach ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum, mit Off-Site-Backup in der EU. Zugriff auf eine Aufnahme haben nur der Protokollführer und die zuständige KI-Stelle. Für das Verschriften und Formulieren werden Inhalte an Modellanbieter übermittelt – vertraglich abgesichert, ohne Training auf Kundendaten, mit EU-Option. Welcher Dienst bei Ihnen welche Verarbeitung übernimmt, gehört in Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und wird vor dem Start für Ihren Betrieb festgehalten.

Löschfristen

Die Aufnahme ist ein Hilfsmittel, kein Archiv. Ihr Zweck ist erfüllt, sobald das Protokoll freigegeben ist. Sinnvoll ist deshalb eine feste Regel, die Sie vorher festlegen und den Teilnehmenden mitteilen: Die Aufnahme wird mit der Freigabe des Protokolls gelöscht oder spätestens wenige Tage danach, die Rohfassung der Mitschrift ebenso. Das freigegebene Protokoll dagegen bleibt so lange, wie der Betrieb es braucht – bei Bauprojekten oft bis weit über die Gewährleistung hinaus. Die KI-Stelle kann die Löschfristen überwachen und melden, wenn eine Aufnahme fällig ist. Festgelegt werden sie vom Menschen. Ehrlich gesagt: Auch bei uns gehört das Löschkonzept zur Betreiberdokumentation, die wir gerade schließen. Mehr dazu in KI-Datenschutz im Mittelstand.

Auf einen Blick: Was wegfällt und wer entscheidet

HandgriffBisherJetzt
VorbereitungAltes Protokoll und Mails nach offenen Punkten durchsuchen.Eine Seite mit offenen, erledigten und überfälligen Punkten liegt bereit.
MitschriftStichpunkte abends ins Reine tippen.Ein geordneter Entwurf aus Aufnahme oder Stichpunkten und Sprachnotiz liegt vor.
AufgabenlisteAufgaben aus dem Text heraussuchen, Namen und Fristen erinnern.Beschlüsse und Aufgaben mit Quelle, Lücken als „offen“ markiert.
NachfassenFristenliste von Hand oder gar nicht.Erinnerungsentwurf vor Fristablauf, Versand nach Freigabe.
Inhalt und VersandEin Mensch prüft und verschickt.Ein Mensch prüft und verschickt – unverändert.

Der Unterschied liegt in der Arbeit davor. Niemand tippt mehr abends Stichpunkte ab, niemand sucht mehr in Notizbüchern, wer was zugesagt hatte, und keine Aufgabe wartet mehr bis zur nächsten Runde, um aufzufallen. Die Bauleiterin liest einen vorbereiteten Entwurf, füllt die offenen Felder und gibt frei.

Warum die Protokoll-Stelle ein guter Einstieg ist

Wer mit KI-Stellen anfangen will, sucht eine Aufgabe, die klar umrissen ist, schnell Wirkung zeigt und sich leicht prüfen lässt. Protokolle erfüllen das besser als die meisten anderen Abläufe:

  1. Die Prüfung ist eingebaut. Wer am Tisch saß, erkennt sofort, ob der Entwurf stimmt. Es braucht keinen Fachprüfer und keine Stichproben.
  2. Der Zugriff bleibt klein. Die Stelle braucht weder Buchhaltung noch Kundenstamm, sondern nur Einladungen, Notizen, frühere Protokolle und – wenn gewünscht – Aufnahmen.
  3. Der Start geht ohne Mitschnitt. Mit Stichpunkten und Sprachnotiz lässt sich beginnen, bevor die Fragen zu Einwilligung und Betriebsrat geklärt sind. Die Aufnahme kann später dazukommen – oder nie.
  4. Die Entlastung ist für jeden sichtbar. Die Montagsrunde merkt in der zweiten Woche, dass die offenen Punkte vorher auf dem Tisch liegen.

Bewährt hat sich, die Stelle vier Wochen parallel laufen zu lassen: Der Protokollführer schreibt wie bisher und vergleicht. Hat die KI-Stelle jeden Beschluss gefunden? Hat sie Lücken als Lücken benannt oder Namen geraten? Danach entscheiden Sie, ob die Stelle bleibt – so, wie wir es in Die Probezeit einer KI-Stelle beschreiben. Welche Stellen sich sonst als erster Schritt eignen, steht in Mit welcher Stelle Sie anfangen sollten.

Ein einfacher Test für die nächste Woche: Nehmen Sie das Protokoll Ihrer letzten Montagsrunde und zählen Sie, wie viele Aufgaben darin einen Namen und eine Frist haben – und wie viele davon heute erledigt sind.

Was Sie mitnehmen sollten

Besprechungsprotokolle im Mittelstand scheitern selten am guten Willen, sondern am Abtippen am Abend und am fehlenden Nachfassen. Eine KI-Stelle kann diese Arbeit vorbereiten. Sie legt vor der Besprechung die offenen Punkte bereit, bereitet die Mitschrift aus einer Aufnahme oder aus Stichpunkten vor, zieht Beschlüsse und Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen heraus und bereitet Erinnerungen vor. Niemand tippt mehr ab, niemand sucht mehr in Notizen, und fehlende Namen oder Fristen fallen auf, bevor das Protokoll rausgeht. Ob das Protokoll so stimmt und an wen es geht, entscheidet weiterhin der Mensch. Aufgenommen wird nur mit Einwilligung aller, nach Information der Teilnehmenden, mit dem Betriebsrat abgestimmt, gespeichert in Deutschland und nach fester Frist gelöscht.

Die Protokoll-Stelle eignet sich als niedrigschwelliger Einstieg – ob sie es auch in Ihrem Betrieb ist, hängt an Ihren Runden, Ihren Beteiligten und Ihren Regeln. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch – 30 Minuten, kein Verkaufsgespräch. Danach erhalten Sie binnen 48 Stunden ab dem Gespräch, werktags, eine schriftliche Einschätzung auf einer Seite: ob sich eine Protokoll-Stelle für Ihren Betrieb lohnt, womit Sie anfangen sollten und welcher Förderweg in Frage kommt. Für die Beratung gilt: Bis zu 80 % Förderung möglich. Die Einrichtung einer KI-Stelle ist Umsetzung und wird getrennt beauftragt.

Häufige Fragen zu Besprechungsprotokollen mit KI

Wie erstelle ich Besprechungsprotokolle mit KI?
Eine KI-Stelle verschriftet die Besprechung aus einer Aufnahme – nur mit Einwilligung aller Teilnehmenden – oder aus Stichpunkten und einer Sprachnotiz des Protokollführers. Daraus bereitet sie einen Protokollentwurf vor, zieht Beschlüsse und Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen heraus und markiert, was unklar oder offen ist. Ein Mensch liest den Entwurf, korrigiert ihn und entscheidet, ob und an wen das Protokoll verschickt wird. Danach bereitet die KI-Stelle Erinnerungen an fällige Aufgaben vor.
Darf ich eine Besprechung für das Protokoll aufnehmen?
Nur, wenn alle Teilnehmenden vorher zugestimmt haben. Wer das nicht öffentlich gesprochene Wort ohne Einverständnis aufnimmt, kann sich nach § 201 StGB strafbar machen; datenschutzrechtlich ist die Aufnahme eine Verarbeitung personenbezogener Daten, über die vorher informiert werden muss. Wer nicht aufgenommen werden möchte, wird nicht aufgenommen – dann entsteht das Protokoll aus Stichpunkten. Dieser Hinweis ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.
Muss der Betriebsrat bei KI-Protokollen mitreden?
Gibt es einen Betriebsrat, sollten Sie davon ausgehen. Technische Einrichtungen, die geeignet sind, Verhalten oder Leistung von Beschäftigten zu überwachen, unterliegen nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG der Mitbestimmung – eine Aufnahme- und Verschriftungslösung fällt typischerweise darunter. Sinnvoll ist eine Regelung, die festhält, wofür Aufnahmen genutzt werden, wer Zugriff hat, wann gelöscht wird und dass keine Auswertung von Redeanteilen oder Leistung stattfindet.
Wo werden Aufnahmen gespeichert und wann werden sie gelöscht?
Bei pxMEDIA AI liegen Vorgänge auf Servern in Deutschland mit Off-Site-Backup in der EU; Modellanfragen sind vertraglich abgesichert, mit EU-Option. Aufnahmen gehören nicht auf private Handys oder in kostenlose Apps mit unklarem Speicherort. Die Aufnahme ist nur Hilfsmittel: Sinnvoll ist eine feste Regel, sie kurz nach der Freigabe des Protokolls zu löschen. Das freigegebene Protokoll wird so lange aufbewahrt, wie der Betrieb es braucht – bei Bauprojekten oft deutlich länger.
Geht ein KI-Protokoll auch ganz ohne Aufnahme?
Ja. Der Protokollführer schreibt während der Besprechung Stichpunkte oder spricht direkt danach eine kurze Sprachnotiz mit seiner eigenen Stimme ein. Daraus bereitet die KI-Stelle Protokollentwurf und Aufgabenliste vor. Für viele Betriebe ist das der einfachste Einstieg, weil keine Einwilligung zum Mitschnitt nötig ist und die Fragen zu Speicherort und Löschung kleiner werden.

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